KIMO - dem Müll in den Meeren Nordeuropas begegnen

Die Meere Nordeuropas vor Vermüllung zu schützen, das ist das Ziel der "Kommunenes Internasjonale Miljøorganisasjon (KIMO, Local Authorities International Environmental Organisation)". Sie wurde 1990 gegründet und vereinigt heute Hafenstädte in Belgien, Niederlande, Deutschland, Norwegen, Schweden, Irland sowie den Faröer Inseln und der Isle of Man als assoziertes Mitglied. Eine ihrer wichtigen Aktivitäten ist die Entwicklung und Implementierung des Programms "Fishing for Litter".

Problemlösung an Land

Nach Ansicht von Dr. Melanie Bergmann, Forscherin am AWI, wäre es wichtiger, direkt bei den Ursachen anzusetzen. Das heißt, bei der Plastikproduktion selbst, die ingesamt gedrosselt werden muss. Ihre Untersuchungen haben ergeben, dass mehr als die Hälfte des Mülls aus Plastik besteht – Tüten, Flaschen und Einwegverpackungen. Wenn man sich die Ausdehnungen des Ozeans vor Augen führt und die Menge an Fischerbooten dagegen hält, die als Müllsammler unterwegs sind, scheint eine Verringerung der Mengen an Land unausweichlich. Und ein weiteres Problem kann durch Fishing for Litter nicht behoben werden, das sich aus der Größe der Plastikteile ergibt. Kleinere Plastikstücke und Mikroplastik können auch von engmaschigen Netzen nicht eingefangen werden.

Das Problem muss demnach an Land gelöst werden. Jede Form der Rückführung aus dem Meer ist nur ein Kurieren an Symptomen und geht oft mit erheblichen ökologischen Begleitschäden einher. Was das Meeresmüllproblem betrifft, würde auch bereits ein verbessertes Müllmanagement (sicherer Transport und Entsorgung) ausreichen. Dann würde kein Müll mehr unkontrolliert in die (Meeres-) Umwelt gelangen. Würden die 20 größten Verschmutzerländer ihren schlecht gemanagten Müll um die Hälfte reduzieren, schlüge sich das auch global wieder: geschätzte 41 Prozent Müll würden  dem Meer bis 2025 erspart bleiben. Dies weltweit umzusetzen ist allerdings eine gewaltige technische Herausforderung. Darüber hinaus muss man aber auch sehen, dass Müll selbst bei gutem Management immer ein Umweltproblem darstellt. Denn sehr oft steht die thermische Entsorgung am Ende des Nutzungsweges eines Produkts und dabei werden CO2 und Schadstoffe frei. Daher ist nur die Müllreduktion ein nachhaltiger und umfassender Lösungsansatz – auch Recycling trägt nur begrenzt zur Lösung des Problems bei. Einzelne Maßnahmen könnten lauten:

1. Die Industrie müsste durch die gesetzliche Vorgaben und Anreize gezwungen werden, ‚schlanke‘ und rohstoff-schonende Verpackungen zu verwenden.

2. Besonders unsinnige Verpackungen könnten mit Steuern oder Abgaben belegt werden.

3. Verbraucher sollten– über Informationskampagnen und leicht verständliche Kennzeichnungen der verwendeten Materialien– zu einer Änderung ihres Kaufverhaltens bewegt werden.

Beitrag erstellt am 8. November 2017